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Donnerstag, 14. August 2014

FUßBALL-REFORMEN (2) 

Forderungen: Lasst die Kleinen zuhause spielen! Öffnet den Pokal! Lost demokratisch!

Vorab: In Teil zwei meiner reformatorischen Fußball-Agenda konzentriere ich mich auf einen meiner Lieblinge, den Wettbewerb um den Deutschen Fußball-Pokal. In der ersten Folge hatte ich mich mit allgemeinen Regeln beschäftigt, demnächst in Teil drei wird es um den Europacup und die Bundesliga gehen.

Eine der dämlichsten Floskeln im deutschen Fußball ist der Satz von den eigenen Gesetzen, die der Pokal habe. Allerdings ist sie so erfolgreich, dass sie abgewandelt sogar diesen Blogpost betitelt.

Der Hintergrund der Floskel ist recht simpel: Ab und zu scheitern höherklassig spielende Team an vermeintlich kleinen Mannschaften im DFB-Pokal. Das macht den größten Reiz des Wettbewerbs aus. Fahren die Bayern nach Vestenbergsgreuth, Borussia Dortmund nach Offenbach oder die Berliner Hertha egal wohin, hoffen die Fans des kleineren Vereins und alle anderen deutschlandweit auf einen Ausrutscher des Favoriten.

Dies nahm in den letzten Jahren aber deutlich ab. Die Leistungsunterschiede zwischen den Ligen sind enorm angewachsen. Außerdem gab es eine Reform, die den Kleinen einen Vorteil wegnahm. Und diese möchte ich sofort rückgängig gemacht wissen.


1. Höherklassige Teams immer auswärts!
Ein Unding, das irgendwann in den 90er-Jahren anfing. Da hatten auf einmal Zweitligisten nicht mehr automatisch Heimrecht gegen Bundesligisten. In den letzten Jahren ergab die Auslosung daher oftmals Knallerspiele wie Werder Bremen gegen den damaligen Zweitligisten FC Augsburg 2:0 im Halbfinale 2009/2010 oder Bayern München gegen den 1. FC Kaiserslautern im Halbfinale 2013/2014. Früher wurden solche Ansetzungen automatisch gedreht. Weil ja der Erstligist eh stärker einzuschätzen ist.

Wären letzte Saison die Bayern auf den Betzenberg gefahren, die Lauterer hätten garantiert bessere Chancen gehabt. In einem Abendspiel mit einem fanatischen Heimpublikum im Rücken wären die Lauter sicherlich über sich hinaus gewachsen. Aber so?

Beschwerliche Anreise mitten in der Woche zur bajuwarischen Multimillionen-Truppe – keine guten Vorzeichen. Bayern gewann dann auch locker mit 5:1. Spannung in einem DFB-Pokal-Halbfinale sieht anders aus. Deshalb meine Forderung: Gebt den Kleinen wieder volles Heimrecht.


2. Eine Runde mehr – dann können alle Drittligisten mitspielen!
Derzeit nehmen nur alle Erst- und Zweitligisten des Vorjahres, die 21 Sieger der Landesverbände und weitere sieben Klubs aus unteren Ligen (der genaue Modus wird hier erklärt) an der ersten Runde teil. Das ist mir zu wenig. Ich möchte auch alle Drittligisten im Wettbewerb haben. Und noch viel mehr. Eine einzige weitere Runde im DFB-Pokal mit dann 128 Mannschaften könnte folgende Besetzung haben:


  • 18 x 1. Bundesliga
  • 18 x 2. Bundesliga
  • 20 x 3. Liga
  • 21 x Landespokalsieger
  • 51 x Vertreter aus den fünf Regionalligen


Der DFB könnte mit solch einer Reform auch die Finanzierung der unteren Ligen sicherstellen. Gerade aus der Dritten und den Regionalligen hört man immer wieder von argen monetären Problemen.

In der abgelaufenen Saison kassierten die Erstrunden-Vereine mindestens 112.115 Euro. Dieser Betrag setzt sich aus Fernsehgeldern, Antrittsprämien und Zuschauereinnahmen (die im DFB-Pokal immer zwischen Heim- und Auswärtsteam geteilt werden) zusammen. Nicht einberechnet sind noch lokale und langfristige Faktoren (höhere Sponsorengelder, mehr Weitreiche in Medien).

Wenn nun deutlich mehr Vereine, also endlich alle Drittligisten und eine Vielzahl der Vierligisten die Chance zur Teilnahme haben, werden diese Klubs finanziell besser gestellt.


3. Alle in einen Lostopf!
Bisher gibt es bei der Auslosung der ersten Runde immer folgendes Prozedere: In den ersten Lostopf werden die Bundesligisten getan, in den zweiten die anderen Vereine. Dann wird munter einem unterklassigem Verein ein Favorit zugelost. Das finde ich, mit Verlaub, öde. So wird dafür gesorgt, dass fast alle Amateurvereine frühzeitig rausfliegen. Wenn alle Vereine in einen Topf kämen, könnte es der eine oder andere Dritt- oder Viertligist mit etwas Losglück weit bringen.

Ins Pokalfinale haben es bisher überhaupt nur drei Amateurteams geschafft: Die zweite Mannschaft von Hertha BSC (1993) sowie Energie Cottbus (1997) und der 1. FC Union Berlin (2001). Hannover 96 gewann 1992 als Zweitligist als einziger Nicht-Bundesliga-Verein überhaupt den Titel.

Natürlich wollen die Großen Vereine lieber leichte Gegner haben. Aber mit welchem Recht leiten sie diese Forderung ab?

Durch die Aufstockung des Wettbewerbs (siehe oben) liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es in bereits in der ersten Runde zu einem reinen Bundesligaduell kommt, für jeden Erstligaklub bei nur 17:110. Das müssten die Profiteams aushalten können.

Aber natürlich kann die Losfee auch mal gleich zu Beginn den FC Bayern und Borussia Dortmund aufeinandertreffen lassen. Aber warum auch nicht?!


tl;dr
Drei Reformansätze für den DFB-Pokal: 1. Unterklassige haben immer Heimrecht. 2. Eine Runde mehr = 64 Teams aus 3. Liga und darunter mehr im Wettbewerb. 3. Alle Vereine in einen Topf = Dortmund vs. Bayern in erster Runde möglich.


Montag, 11. August 2014


Das Logo der Fußball-Bundesliga.
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien war eine ganz okaye Sommer-Überbrückung, aber jetzt wird es endlich wieder ernst. Die Bundesliga startet in ihre 52. Spielzeit. An 34 Spieltagen werden die Mannschaften um Meisterschaft, Europapokalplätze und gegen den Abstieg spielen. Ich freu mich wahnsinnig.

Ich lade alle Leserinnen und Leser meines Blogs ein, auch in dieser Saison die korrekte Abschlusstabelle zu tippen. Meine Tipps findet ihr etwas weiter unten.

Zunächst ein Blick zurück: Vergleicht man meine Tipp-Tabelle 2013/2014 mit der wahren Abschlusstabelle, bin ich sehr zufrieden. Bei sieben Teams habe ich die korrekte Platzierung getippt (darunter den Meister und beide Absteiger). Deutlich daneben lag ich nur beim VfB Stuttgart (acht Ränge zu gut) und dem FC Augsburg (acht Ränge zu schlecht).

In der Addition geht der ausgelobte Preis für den besten Tipper an Lukas Müller. (Ich bin so lieb und platziere den HSV, den du vergessen hattest, auf Platz 12, den du auch ausgelassen hast, ein.) Herzlichen Glückwunsch! Schicke mir mal deine Adresse, du erhältst ein kleines Präsent.

In der neuen Saison werden die Bayern nicht erneut triumphieren – da bin ich mir leider sicher. Aus verschiedenen Gründen: 1. Die Regeneration der erfolgreichen WM-Teilnehmer ist zu kurz. Keine andere Mannschaft auf der Welt hat mehr WM-Einsätze gehabt. 2. Die Mannschaft steht vor dem Umbruch. Die Leistungsträger Schweinsteiger, Lahm, Robben und Ribery sind alle über 30 Jahre alt und mindestens auf ihrem Zenit. 3. Bayern ist zu satt, Dortmund einfach mal wieder fällig.

Positiv überraschen werden meines Erachtens Wolfsburg, Hoffenheim und die Hertha. Mainz und Augsburg werden ihre Vorjahresergebnisse nicht halten können. Dafür sollten Stuttgart und Hamburg diesmal nicht bis zuletzt zittern müssen. Bremen, Freiburg und Paderborn müssen sich auf ganz ungemütliche Zeiten einstellen.

Hier nun meine vollständige Saison-Prognose:

  1. Borussia Dortmund
  2. Bayern München (M, P)
  3. VfL Wolfsburg
  4. FC Schalke 04
  5. Bayer 04 Leverkusen
  6. 1899 Hoffenheim
  7. Borussia M'gladbach
  8. Hertha BSC
  9. VfB Stuttgart
  10. Hannover 96
  11. Hamburger SV
  12. Eintracht Frankfurt
  13. 1. FSV Mainz 05
  14. FC Augsburg
  15. 1. FC Köln (N)
  16. Werder Bremen
  17. SC Freiburg
  18. SC Paderborn 07 (N)

Im letzten Jahr lag ich mit meinen Zweitliga-Aufsteiger-Tipps (Kaiserslautern, Bochum und 1860 München) weit daneben. Passiert das auch in diesem Jahr, so werden der 1. FC Nürnberg, der 1. FC Kaiserslautern und Fortuna Düsseldorf, die heuer meine Favoriten sind, enttäuschen.

Aber jetzt bist du dran. Kopiere meine Tabelle in die Kommentare und wirble sie nach Gutdünken durcheinander. Der Beste kann sich in zwölf Monaten auf eine kleine Überraschung freuen. Viel Spaß!


tl;drBundesliga-Prognose: Dortmund löst Bayern als Meister ab. Wolfsburg wird Dritter. Stuttgart und Hamburg landen im Mittelfeld. Bremen, Freiburg und Paderborn können die Klasse nicht halten. Deine Tipps bitte in die Kommentare.


Mittwoch, 16. Juli 2014

ZDF-DESASTER 

„Hallo Deutschland“, jemand zu Hause? (Screenshot)
Am Montag, 14. Juli 2014, flimmerte um genau 17:21 Uhr ein Kleinod künstlerischer Phantasie über unsere weltmeisterlichen TV-Bildschirme. (Das Ganze zum Nachgucken in der ZDF-Mediathek.)

Wahrscheinlich können wir die Ausmaße dieses Meisterwerks heute noch gar nicht in Gänze begreifen. Unseren Nachfahren wird es obliegen, diese brillante Sternstunde distanzierter öffentlich-rechtlicher Berichterstattung ausreichend zu würdigen.

Dieser Blogpost soll dafür sorgen, dass diese 2:31 Minuten aus dem Zwei-Finger-Sender nie vergessen werden.

Zunächst die schnöde Transkription:
Constanze Polaschek: Fünfzigtausend Fans in der Arena. Alle fiebern mit. Und plötzlich! 
O-Ton TV-Kommentator: Er kommt an. Mach ihn, mach ihn, er macht ihn. 
Constanze Polaschek: Jetzt gibt’s kein Halten mehr. Und ich bin mittendrin. 
O-Ton TV-Kommentator: Mario Götze. Das ist doch Wahnsinn. Jetzt ist es vollbracht. Jaaaa! Weltmeister!
Constanze Polaschek: Haben wir gewonnen? Haben wir gewonnen? Haben wir gewonnen?
Interviewpartner: Weltmeister! Jaaaaaa! Weltmeister! Jaaaaaa! Jaaaaaa! Weltmeister! 
Constanze Polaschek: Jaaaaaa! Wir sind Weltmeister! Was mache ich hier eigentlich? Ich muss neutral berichten, ich bin ZDF. Ach was. Jaaaaaa! 
Interviewpartner: Wir sind Weltmeister! 
Gesang: We are the champions. No time for losers. 
Constanze Polaschek: Wer hat denn das Tor geschossen? 
Interviewpartner: Natürlich, hier. 
Constanze Polaschek: Nee, Götze. 
Gesang: 'Cause we are the champions. 
Constanze Polaschek: Kann ich mal bitte einen der Verantwortlichen vom ZDF sprechen? Wer hat mich heute hier hingeschickt? Das ist echt der allerletzte Scheiß-Job. 
Interviewpartner: Endlich haben wir es geschafft. Deutschland ihr seid super.
Constanze Polaschek: Wer wird 2018 Weltmeister? 
Interviewpartner: Deutschlaaaaaaaand. Deutschlaaaaaaaand. Wer sonst? Wer sonst? Was ist denn das für eine Frage? 
Constanze Polaschek: Ich habe dich akustisch nicht verstanden. 
Interviewpartner: Was für ne Frage?! 
Constanze Polaschek: Und so wird gefeiert bis in den Morgen. Hilfeeee! 13. Juli 2014, Deutschland ist Fußball-Weltmeister und ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass jemals wieder normales Leben in Deutschland möglich sein wird. Ihr entschuldigt mich.

Mal eben kurz auf das Diktiergerät meines Handys gesprochen, klingt das übrigens so:



UND DAS VON UNSEREN GEBÜHREN RUNDFUNKBEITRÄGEN!

Wie man kostbare WM-Sendezeit, zumindest anders, füllen kann, beweist der Sportsender ESPN aus den traditionell fußballverrückten USA. Film ab!




tl;dr: Eine Sternstunde distanzierter öffentlich-rechtlicher Berichterstattung. Das ZDF im Deutschland-Taumel. Eine Transkription und ein großartiges Gegenbeispiel aus den USA.


Montag, 30. Juni 2014

FUSSBALL-REFORMEN (1) 

Machen 40 Schiedsrichter 'ne Party 
Fußball ist ein geniales Spiel. Die Regeln sind im Grundsatz global gültig und von den obersten Profiligen bis unten zu Hartplatzbolzern der Kreisligen identisch. Nur wenige Reformen waren im Laufe der Zeit notwendig, um das Spiel attraktiver zu machen. Die Einführung des Elfmeterschießens, der gelben und roten Karte, der Rückpassregel und andere haben das Spiel nie im Kern getroffen. Das ist gut und soll auch so bleiben.

Dennoch würde ich mir ein paar Änderungen wünschen. Viel mehr als Kosmetik ist es zwar nicht, aber meines Erachtens könnten sie dazu beitragen, das Spiel noch interessanter und gerechter zu machen.


1. Weg mit der Torlinientechnik!
Sie ist der heißeste Shit bei dieser WM. Sie kommt aus Deutschland (von der Firma GoalControl GmbH aus dem Aachener Vorort Würselen). Viele können nicht genug von mir ihr bekommen. Und dennoch bin ich strikter Gegner der Torlinientechnik.

Fußball lebt nicht nur von Emotionen, sondern auch von Fehlentscheidungen und Legendenbildung. Klar, es geht hier mittlerweile um viele, viele Millionen, aber dennoch ist und bleibt es hoffentlich ein Spiel.

Diese Torlinientechnik ist so teuer (rund 300.000 Euro pro Stadion), dass sie nur in den oberen Spielklassen eingeführt werden kann. Und das finde ich grundsätzlich nicht in Ordnung. Das Tor ist in jeder Klasse gleich groß, jede Mannschaft spielt mit der gleichen Anzahl Spieler und auch Tor sollte überall sein, wenn der Schiedsrichter (gerne in Zusammenarbeit mit seinen Assistenten) auf Tor entscheidet.

Außerdem geht mir die Technikhörigkeit etwas auf den Senkel (Puh, endlich mal Kulturpessimismus von mir)! Jede Technik kann manipuliert werden, jede Technik ist fehleranfällig. Und diese Diskussionen, die wir dann haben, wenn in einem wichtigen Spiel selbst die Torlinientechnik uns kein klares Ergebnis zeigt, will ich nicht unbedingt haben. Und diese kommt. Ganz sicher.


2. Führt Zeitstrafen ein!
Fehlverhalten kann ein Schiedsrichter heute nur mit Freistoß, gelber oder roter Karte ahnden. Die Bandbreite bei Verstößen gegen das Regelwerk (aktuelle DFB-Regeln können hier als PDF heruntergeladen werden) ist aber viel größer.

Spielverzögerungen oder das Trikotausziehen beim Tor-Jubeln werden heute kaum mit Gelb geahndet, weil die Strafe im Vergleich zu groben Fouls den meisten Schiedsrichtern viel zu hart erscheint. Eine praktikable Lösung wäre die Einführung von Zeitstrafen, wie sie es beim Eis- oder Feldhockey schon lange gibt.

Ein Beispiel: Für eine wiederholte Spielverzögerung sollte es fünf Minuten Zeitstrafe für den Spieler (verzögert der Torwart, sollte ein vom Mannschaftskapitän zu bestimmender Feldspieler als Ersatz rausgehen) geben. Sofortige Konsequenz: Ein Spiel würde sicherlich nicht mehr arg verzögert werden. In der Schlussphase einen Mann weniger auf dem Platz zu haben, erscheint weniger lukrativ als paar Sekunden zu schinden.

Fliegt doch einer kurzfristig vom Platz, würde das Spiel taktisch reizvoller, weil sich eben eine der Grundvoraussetzungen des Spiels, das elf gegen elf, kurzfristig ändern würde.


3. Keine Gelbsperren im Finale!
Bei dieser WM wird es nicht passieren, in der UEFA Champions League ist es aber schon oft vorgekommen. Ein Spieler sieht im Achtelfinale eine gelbe Karte wegen eines dummen Fouls und im Halbfinale wegen einer umstrittenen Handspiel-Entscheidung des Schiedsrichters die gelbe Karte. Konsequenz: Er fehlt im Finale.

Besonders brutal war dies beim Champions-League-Finale 2012. Mit Luiz Gustavo, David Alaba und Holger Badstuber (alle FC Bayern München) sowie Raul Meireles, Branislav Ivanovic und Ramires (alle FC Chelsea) waren gleich sechs Spieler gesperrt.

Die Idee dahinter ist ja ganz gut. Jemand, der oftmals gelbwürdig gegen das Regelwerk verstößt, soll nicht immer nur mit einer Verwarnung davonkommen. In der Bundesliga setzt man nach der fünften Gelben für ein Spiel aus, bei großen internationalen Turnieren oder im Europacup nach der zweiten.

Wenn zwei Klubs oder Nationen ein großes Finale erreichen, sollen bitteschön auch die jeweils besten auf dem Platz stehen. Die aktuelle Regelung um den Passus „nach dem Halbfinale werden alle Gelbsperren für ein Spiel ausgesetzt“ zu ergänzen, kann so schwer nicht sein. Ich halte das auch für die Spieler nur menschlich fair. Wie oft hat denn ein Fußballer mal die Chance, ein Finale zu erreichen?


4. Verkleinert die Europameisterschaft!
Als Pendant zur Fußball-WM hatte ich die Endrunde zur Europameisterschaft lieb. Das Teilnehmerfeld war überschaubar, die meisten Spieler waren mir ein Begriff, es gab quasi nur Topspiele.

Von 1960 bis 1976 spielten nur vier Länder um den Titel. Von 1980 bis 1992 gab es acht Mannschaften, die sich für die Endrunde qualifizierten. In den Turnieren 1996 bis 2012 waren dann schon 16 Teams am Start. Bei der nächsten EM 2016 in Frankreich wird die Rekordzahl von 24 Teilnehmern erreicht.

Die UEFA kann mit diesem großen Turnier natürlich viel mehr Geld einnehmen. Die EM ist damit aber nur noch die kleine (europäische) WM-Schwester, nicht mehr die eigentlich spielerisch anspruchsvollere.

Mir gefällt es aber auch aus sportpolitischen Gründen nicht: Diese Mega-EM kann von kleineren Staaten nicht mehr alleine gestemmt werden. Die Kosten für die Stadien und die Infrastuktur sprengen jeden vernünftigen Rahmen. Schade drum, hier wäre weniger mehr.


Reaktionen: Wie Ihr denkt – aktueller Stand (01.07.14, 18:30 Uhr) bei Twitter & Facebook:
1. 4 x Ja, 1 x Remis, 9 x Nein
2. 9 x Ja, 2 x Remis, 4 x Nein
3. 3 x Ja, 2 x Remis, 8 x Nein
4. 7 x Ja, 2 x Remis, 5 x Nein 
Vorschau: In einem zweiten Teil wird es um den DFB-Pokal gehen, im dritten bald um die Bundesliga und den Europapokal.


tl;dr: Ein paar Forderungen an den Fußball: Weg mit der Torlinientechnik! Führt Zeitstrafen ein! Weg mit den Gelbsperren im Finale! EM mit 8 Ländern!



Sonntag, 22. Juni 2014

BLOGPARADE 

Bei den „Simpsons“ wird Deutschland Weltmeister.
Endlich ein WM-Text. Vor lauter WM-Gucken komme ich nicht dazu, selbst in die Tasten zu hauen. Zumindest bisher. Ich nehme das Stöckchen von Chucky Goldstein gerne auf und orientiere mich an den Fragen der Blogparade von Vert et blanc.

Mein erstes bewusstes WM-​Erlebnis war?
1990 – DIE Weltmeisterschaft überhaupt. Ein halbes Jahr zuvor fiel die Berliner Mauer, im März durften die DDR-Bürger erstmals frei wählen, die D-Mark wurde am Tag des Viertelfinals gegen die Česká a Slovenská Federativní Republika eingeführt, der Weg zur deutschen Einheit war nicht mehr aufzuhalten. Und dann diese WM!

Wir sprechen heute von der Heim-WM 2006, die erstmals so etwas wie ein positives deutsches Nationalgefühl wieder zuließ. Damit wird aber das welthistorische Wunderjahr 1989/1990 verdrängt. Wahrscheinlich ob der ekelerregenden Auswüchse des bei einigen Ewiggestrigen sich verselbständigen Nationalismusses, der damals im Windschatten des Einheitsgefühls an Fahrt aufnahm. Aber – in meiner Erinnerung – im Sommer 1990 war das alles noch weit weg. Wie ich ja auch.

Ich ging in die fünfte Klasse einer kleinen katholischen Grundschule im Norden Berlins. Vorrunde, Achtel- und Viertelfinale guckte ich noch zu Hause mit Schwestern und Papa auf unserem kleinen Fernseher in der Küche. Dann ging es auf Klassenfahrt nach Langeleben in die niedersächsische Provinz. Und da keimte in uns allen ein einzigartiges Zusammengehörigkeitsgefühl auf. Wir labten uns einfach am tollen Fußball der Nationalmannschaft – ohne politische Hintergedanken. Unsere Stars waren die Berliner Pierre Littbarski und Thomas Häßler, und natürlich die im Ausland spielenden Stützen des Teams, Lothar Matthäus, Andi Brehme und Jürgen Klinsmann (ich fand allerdings damals schon Kalle Riedle weit spannender). Und wie im Finale aus Guido der „Diego“ Buchwald wurde, faszinierte uns alle.

Mit welcher WM-​Legende würde ich gern einmal Doppelpass spielen?
Je älter man wird, desto weniger (Fitness + intellektuell) kann man mit den jungen Dingern anfangen und je spannender werden die Alt-Stars aus der eigenen Jugend. Deshalb verzichte ich auf einen Doppelpass im fußballerischen und beantworte die Frage im übertragenen Sinne.

Ich würde mich gerne einmal mit Lothar Matthäus auf der Dachterrasse seines Appartements in lovely Budapest unterhalten. Themen wären: seine heutige Außenwirkung, seine (aus meiner bescheidenden Sicht) falschen Berater und natürlich über Fußball. Dass Matthäus mehr Ahnung vom Fußball als wir alle zusammen hat, ist wohl unbestritten. Dass er dies aber viel zu selten aufblitzen lässt (bei sky ist er sicherlich der beste Experte), macht mich irgendwie traurig. Ebenfalls natürlich, dass kein deutscher Verein ihm eine wirklich Chance einräumt (aus Angst, die eigenen Fans würden dies nicht mittragen). Ja, ihr Nürnbergs und HSVes dieser Republik, fühlt Euch angesprochen!

Welchem TV-​Kommentator werde ich bei der WM gerne zuhören?
Ganz klar: Oliver Schmidt im ZDF und mit Abstrichen Tom Bartels in der ARD. Beide sind ihren Sender-Kollegen weit voraus. Vielleicht liegt es daran, dass sie relativ frisch auf dem Äther sind und eine gewisse Unbekümmertheit mitbringen. Ich jedenfalls fühle mich von beiden kompetent informiert. Grundsätzlich beteilige ich mich ja eh nicht am beliebten Kommentatoren-Bashing (#kommbash). Bis auf bei Wolf-Dieter Poschmann (ZDF). Bei dem habe ich immer das Gefühl, dass er die Schönheit dieses Spiels bis heute nicht wirklich begriffen hat.

Die Iren haben sich für die WM am Zuckerhut leider nicht qualifiziert. Welchem weiteren Land drücke ich neben Jogis Jungs als „Zweitteam“
 die Daumen?
Ein wirkliches Lieblingsteam habe ich nicht. Meine Sympathien verteilen sich immer nach den Akteuren auf dem Platz. Und da sind dann die Nationen, die aktuelle oder ehemalige Bayern-Spieler aufbieten können, weit vorne. Seit Jahren wachsen mir daher die Niederlande besonders ans Herz. Man hat mich in den letzten Tagen auch schon spontan vor LKWs der Berliner Umzugsfirma Robben & Wientjes jubeln sehen: ARJEN ROBBEN!

Positiver Nebeneffekt: Dadurch, dass dort überdurchschnittlich oft Bayern-Spieler im Kader sind, beschäftige ich mich seit Jahren intensiver mit der Elftal. Dass wiederum eröffnete mir einen ganz besonderen Zugang zum erfrischendem Offensivfußball unserer Nachbarn. Ja, ich kann sagen, der Niederlande wünsche ich den Titel mehr als jedem anderen Land (außer vielleicht Bosnien-Herzegowina aus politischen Gründen).

Zu Jogis Jungs: Meine beiden Lieblingskicker aus dem deutschen Kader sind?
Da regt mich ja die Frage schon auf, würde Frau Hoppenstett sagen. Ich mag Spieler in allen Nationen. Naturgemäß haben Kicker einen Vorteil, die sich ihre Meriten beim FC Bayern verdienen, zuvorderst Arjen Robben und Thomas Müller. Nicht verhehlen kann ich auch große Sympathien für Cristiano Ronaldo (alleine schon deswegen, weil Du ihn nicht magst) und – meine Entdeckung dieses Turniers – Olivier Giroud. Ein ganz famoser Balltreter, der sein Können ja auch schon in Spielen seines Londoner Klubs Arsenal gegen den FC Bayern aufblitzen ließ.

Wie weit kommen Jogis Jungs?
Weil die Auslosung den Deutschen wohl erneut Glück bescherte, dürfte das Viertelfinale auf alle Fälle drin sein. Und dann entscheidet die Tagesform. An einen Titelgewinn glaube ich nicht, da sind einfach zu viele Baustellen im Team. Vier Innenverteidiger statt einer guten Mischung Außen/Innen, die nicht zu hundertprozentig fitten 6er Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira, dazu eine fehlende Alternative zu Thomas Müller (Miroslav Klose ist in entscheidenden Spielen keine mehr, glaubt mir). So kann man nicht Weltmeister werden. Widerspruch?

Wer wird am 13.​07.​2014 im Maracanã Weltmeister?
Vor dem Turnier hatte ich nicht wirklich spektakuläre Tipps auf Lager: Argentinien oder Brasilien. Jetzt, nach 1 ½ Spieltagen, lehne ich mich mal aus dem Fenster: Frankreich macht's.
1. Weil die Niemand auf der Rechnung hat.
2. Weil sie als einziges der großen Nationen in beiden Spielen überzeugt haben.
3. Weil es ein Team ist. Die profitieren meines Erachtens sogar vom Ausfall ihres Superstars Frank Ribéry. Frankreich spielt befreit auf und ist jetzt nicht mehr von einem Spieler abhängig, der sich im letzten halben Jahr sowieso in einem veritablen Formtief befand.
4. Les Bleus spielen nicht nur gnadenlos effektiv (das Schweiz-Spiel!), sondern auch mit der nötigen Aggressivität. Es macht einfach Spaß, den Franzosen beim Kicken zuzusehen.


Aber vielleicht kommt alles ganz anders und die „Simpsons behalten doch Recht:




tl;dr: Die WM 1990 war mein Lieblingsturnier. Oliver Schmidt vom ZDF ist bester Kommentator. Arjen Robben ist der Größte. Und Frankreich wird Weltmeister, weil Ribéry fehlt.

Freitag, 10. Januar 2014

REISEBERICHT 

Siege in der Heimat sind
 für mich Auswärtssiege. 
Groundhopping als Tag für diesen Text ist natürlich etwas übertrieben. Von mir Zuhause bis ins Berliner Olympiastadion sind es ja nur 45 bis 60 Minuten mit der S-Bahn. Und dennoch ist es ein Auswärtsspiel meines Vereins – wenn auch in meiner Stadt.

Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft und dem Titel in der Champions League eine Woche zuvor waren am 1. Juni 2013 alle im Verein und deren Unterstützer heiß auf das Triple.

Nun ging es also im DFB-Pokalfinale gegen die wackeren Außenseiter vom VfB Stuttgart. Durch Tore von Thomas Müller (37., FE) und Mario Gómez (48. und 61.) schien lange Zeit alles glatt zu laufen, bis in der Endphase der VfB mittels zweier Harnik-Treffer (71. und 80.) doch noch einmal Spannung ins Spiel brachte. Dabei bleib es dann dabei aber auch.

3:2 ist für Münchner Verhältnisse in diesem überragendem Jahr fast schon ein enttäuschendes Ergebnis. Aber da in einem Finale ja nur Sieg oder Niederlage zählen, ist das dann auch zweitrangig. Es schien in dieser wunderbaren Berliner Nacht sowieso weniger der Triumph im DFB-Pokal an sich zu zählen, als das historische Triple.

Ein Triple, also der Gewinn von nationaler Meisterschaft, dem nationalen Pokalwettbewerb und dem Europacup der Landesmeister (bis 1992/1992) bzw. der UEFA Champions League (ab 1992/1993), hatte es zuvor in der europäischen Fußballgeschichte bei den Männern erst sechsmal gegeben.

1966/67Celtic Glasgow (Schottland)
1971/72Ajax Amsterdam (Niederlande)
1987/88PSV Eindhoven (Niederlande)
1998/99Manchester United (England)
2008/09FC Barcelona (Spanien)
2009/10Inter Mailand (Italien)

Interessanter Nebenaspekt: Auch wenn es das erste Triple für die Münchener war, bei den letzten drei (!) Triple-Gewinnern spielten sie eine wichtige Rolle. Denn Manchester und Mailand gewannen ihr Finale jeweils gegen den FC Bayern, Barcelona schaltete sie im Viertelfinale aus.

Hier nun noch ein paar Ausschnitte vom Einlauf der Teams, dem 1:0 durch Thomas Müller per Elfmeter genau vor meiner Nase und der Schluss-Zeremonie mit Konfetti.



Ein paar Bilder habe ich wieder bei flickr (Direktlink) reingestellt.


Dienstag, 7. Januar 2014

REISEBERICHT 

Wembley. Eines der schönsten Fußballstadien der Welt. Leider finden hier nur selten Spiele statt.

Ich bin Dir, lieber Leserin, lieben Leser, noch arg viele Reiseberichte, Fotos und Videos schuldig. Heute mache ich den Anfang und beginne mit Bildern vom wichtigsten Titel des europäischen Vereinsfußballs.

Ende Mai war ich in London und konnte meinen Bayern zuschauen, wie sie sich gegen Borussia Dortmund die Krone aufsetzten. Ein unbeschreibliches Ereignis nach so vielen Final-Niederlagen in den letzten Jahren – und der nervenzerrenden Anreise.

Die Stadt, die ja derzeit häufiger bei Auswärtsfahrern auf dem Programm steht, bot eine eindrucksvolle Kulisse. Fans beider deutschen Klubs säumten die Straßen, die Sonne setzte ihr bestes Gesicht auf, und dann war da ja noch Arjen Robben, der sich tief in die Herzen Herzen der Bayern-Fans schoss.


Fotografische Eindrücke dieser grandiosen Europapokal-Reise gibt es bei flickr (Direktlink) oder hier.

Dienstag, 15. Oktober 2013


Famos! Die Bayern spielen großartigen Fußball; das freut mich als Bayern-Fan sehr. Die Spiele bei Schalke (4:0), Manchester City (3:1) und in Leverkusen (1:1) waren dicht am perfekten Spiel. Es ist schön, wenn uns ganz Europa um unseren Fußball beneidet.

Fraglich! Mit dem Kauf von Mario Götze und den Transfergerüchten um Robert Lewandowski vom ärgsten Rivalen Borussia Dortmund haben die Bayern viele Fans und Verantwortliche verärgert. Nicht nur ich mache mir Sorgen um die Ausgeglichenheit der Bundesliga.

Früher! Natürlich stehen die Bayern vor allem wegen ihrer vorbildlichen Führung so gut da. Auch hat es schon immer finanziell potentere und ärmere Vereine in der Bundesliga gegeben.

Freilich! Sportlicher Erfolg soll sich auch weiterhin in konkreten Zahlen ausdrücken. Es ist fair, wenn die Bayern ihr im Europapokal erspieltes Geld behalten dürfen. Die Schere in der Bundesliga zwischen den Meisterschaftsanwärtern und dem Mittelfeld oder gar den Fahrstuhlmannschaften ist jedoch so groß wie nie zuvor.

Fakt! Das komplizierte, leistungsbezogene System, bei dem die besten Vereine das meiste Geld aus den Verträgen zwischen Bundesliga und den TV-Sendern wie sky, ARD und ZDF bekommen, ist gescheitert. (Wie genau die Berechnung funktioniert, erklärt www.fernsehgelder.de.)

Umverteilung: So viel Geld haben die 22 Bundesligisten der
letzten drei Saisons durch den TV-Vertrag eingenommen.

(Grün: 1. Liga, Rot: 2. Liga, Quelle: www.fernsehgelder.de)
Es spielen 18 Teams in der Bundesliga, ebenso viele in der 2. Liga. Ganz ohne Clubs wie Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen oder Schalke 04 wäre der Sport-Wochenende deutlich uninteressanter. Auch die Einschaltquoten der Sportschau, die Auflagen von kicker, Sport-Bild & Co. wären deutlich niedriger. Natürlich profitieren in diesen Boom-Jahren alle von den Großkopferten der Liga.

Und dennoch gilt genauso: Bayern München kann nicht gegen sich selbst spielen. Der FC Bayern benötigt 17 verschiedene Gegner. Gerade Teams wie Mainz 05 oder der FC Augsburg sind oftmals das Salz in der Suppe. Ohne die läuft es nicht.

Wenn tatsächlich alle aufeinander angewiesen sind, warum bekommt dann nicht jeder das selbe TV-Geld?

Die Bayern profitieren ja trotzdem noch enorm von ihrer Popularität und ihrem sportlichen Erfolg. Sie haben eines der größten Stadien, das immer gefüllt ist. Sie haben darin die höchste Kapazität an sogenannten Business-Seats und Logen, die das meiste Geld bringen. Sie haben die mit Abstand besten und meisten Sponsoren-Gelder. Und auch durch ihre Auftritte im Europapokal verdienen die Bayern Millionen.

Es geht mir ja gar nicht darum, den Bayern etwas wegzunehmen. Nein, ich glaube sogar, die Bayern würden langfristig davon profitieren. Denn nur wenn die Liga wieder ausgeglichener ist, wird das Interesse von Millionen Fußball-Fans weiterhin hoch bleiben.

Ein Blick in die spanische Liga, wo traditionell nur zwei Teams alles dominieren, beweist: Zwar wird beim FC Barcelona und bei Real Madrid toller Fußball gekickt, aber überall gehen die Zuschauerzahlen dramatisch zurück. Das liegt auch an der Wirtschaftskrise, aber eben nicht nur.

Deshalb meine Forderung: Jeder Bundesligaverein, egal ob er auf Rang eins oder Platz achtzehn die Saison beendet, sollte das gleiche Geld aus dem Topf erhalten. Und zwar sofort.


tl;dr: Bayern, Dortmund und Schalke stoßen in neue finanzielle Dimensionen vor, der Rest wird unabänderlich abgehängt. Damit muss Schluss ein. Ich fordere eine sozialistische TV-Gelder-Verteilung.


Freitag, 9. August 2013


Das Logo der Fußball-Bundesliga.
Der Ball rollt wieder. Freitagabend um 20.30 Uhr starten Titelverteidiger Bayern München und Borussia Mönchengladbach in die neue Bundesliga-Saison. Endlich wieder richtiger, ehrlicher Wettbewerb und keine Audi-Franz-Beckenbauer-Super-Telekom-Uli-Hoeneß-Fuji-Cup-Spiele mehr.

Vor der letzten Saison hatte ich weniger an das Triple des FC Bayern als an den Titel-Hattrick des BVB geglaubt (alles hier nachzulesen). Darüber hält sich mein Ärger jedoch arg in Grenzen.

Vergleicht man meine damalige Tipp-Tabelle mit der wahren Abschlusstabelle, schneide ich so schlecht nicht ab. Zwar habe ich nur eine Platzierung vollkommen korrekt vorhergesagt (FÜH), aber bei vier weiteren Teams lag ich nur einen Rang daneben (BVB, MGB, H96, FCA), bei fünf nur zwei Plätze (S04, FCB, M05, FCN, F95), bei dreien genau drei Ränge (LEV, HSV, SVW).

Aus meiner Sicht überrascht hatten mich negativ Wolfsburg (-6 Plätze), Hoffenheim (-7 Plätze) und Stuttgart (-8 Plätze). Weit positiver als gedacht schnitten Frankfurt (+7 Plätze) und Freiburg (+9 Plätze) ab.

Jetzt geht's in die neue Runde. Hier mein Tipp für die Spielzeit 2013/14:

  1. Bayern München (M, P)
  2. Bayer 04 Leverkusen
  3. FC Schalke 04
  4. Borussia M'gladbach
  5. Borussia Dortmund
  6. VfL Wolfsburg
  7. VfB Stuttgart
  8. SC Freiburg
  9. 1899 Hoffenheim
  10. Hannover 96
  11. Hamburger SV
  12. 1. FSV Mainz 05
  13. Eintracht Frankfurt
  14. Hertha BSC (N)
  15. Werder Bremen
  16. FC Augsburg
  17. 1. FC Nürnberg
  18. Eintracht Braunschweig (N)

Bonus: Auf den ersten drei Plätzen in der 2. Liga sehe ich den 1. FC Kaiserslautern, den VfL Bochum und den TSV 1860 München. Also keinen der Absteiger aus der letzten Saison.

Was ist dein Tipp? Bitte notiere doch deine Platzierungen hier unten in den Kommentaren. Der beste Tipp wird auch prämiert!


tl;dr: In meiner Bundesliga-Prognose verteidigen die Bayern ihren Titel. Leverkusen, Schalke und Gladbach folgen, Dortmund rutscht auf Platz fünf ab. Augsburg rettet sich in die Relegation, Braunschweig und Nürnberg müssen direkt absteigen.


Freitag, 26. Juli 2013

UPDATE! EUROPÄISCHE LIGEN 

Der schottische FC Bayern.
Vorab-Hinweis: Der Text stammt vom 11. Februar 2013. Die Tabelle darunter und einige Anmerkungen dazu sind von heute. Die Februar-Tabelle und ein erstes Update vom 12. April 2013 stehen zum Vergleich noch in den Kommentaren.

Die Dominanz, mit der der FC Bayern München die Fußball-Bundesliga beherrscht, sorgt für erste Gähnanfälle bei Fans und Medien. Klar, eingefleischte Bayern-Anhänger können sich an den erfolgreichen Kicks ihres Vereins kaum sattsehen – was nach zwei titellosen Jahren auch wenig verwundert. Aber nicht nur auf Quoten, Auflagen und Klicks schielende Medienschaffende hätten gegen etwas mehr Rotation an der Tabellenspitze nichts einzuwenden.

Zufrieden sind maximal noch die Statistiker. Woche für Woche vermelden sie neue Rekorde und rechnen vorsorglich aus, wann die Meisterschale frühestens für die Übergabe an Philipp Lahm und Co. geputzt werden kann.

Ich habe mich aber gefragt, ob die Überlegenheit einzigartig ist – zumindest bei uns in Europa. Deshalb habe ich mich durch alle ersten Ligen der UEFA-Mitgliedsverbände (also auch Israel) gewühlt. Aufgenommen in die Statistik habe ich alle Ligen, die mitten in der Saison stehen. Die meisten skandinavischen Länder starten ja traditionell erst im April in ihre Saison.

Sortiert ist die Liste nach dem Vorsprung, den der Tabellenführer auf den zweiten Rang hat. Bei Punktgleichheit zählt die höhere Tordifferenz. Ist auch diese gleich (Andorra/Mazedonien) habe ich den Verein an die Spitze gesetzt, der weniger Ligaspiele auf dem Buckel hat.

Die Bayern sind zwar bei uns das Maß aller Dinge, in Europa aber sticht die schottische Liga heraus. Dort profitiert jedoch Celtic Glasgow vor allem vom Wegfall ihres natürlichen Duopolist-Partners. Die Glasgow Rangers wurden ja aufgrund ihrer Insolvenz gerade in die vierte schottische Division zurückgesetzt.

Von den klassischen europäischen Spitzenligen ist die Meisterschaftsentscheidung in Portugal derzeit am spannendsten. Dort trennen den amtierenden Meister FC Porto lediglich vier Törchen von Verfolger Benfica Lissabon.

Hier nun die endgültige Dominanz-Tabelle des europäischen Fußballs 2012/2013:

  1. Deutschland: 25 Punkte, +41 Tore - Bayern München - 34 Spiele
  2. Wales: 22 Punkte, +30 Tore - The New Saints - 32 Spiele
  3. Kroatien: 20 Punkte, +32 Tore - Dinamo Zagreb - 33 Spiele
  4. Schottland: 16 Punkte, +41 Tore - Celtic Glasgow - 38 Spiele
  5. Rumänien: 16 Punkte, +31 Tore - Steaua Bukarest - 34 Spiele
  6. Griechenland: 15 Punkte, +21 Tore - Olympiakos Piräus - 30 Spiele
  7. Spanien: 15 Punkte, +14 Tore - FC Barcelona - 38 Spiele
  8. Moldawien: 14 Punkte, +20 Tore - Sheriff Tiraspol - 33 Spiele
  9. Israel: 13 Punkte, +19 Tore - Maccabi Tel Aviv - 36 Spiele
  10. Frankreich: 12 Punkte, +40 Tore - Paris St. Germain - 38 Spiele
  11. Serbien: 11 Punkte, +35 Tore - Partizan Belgrad - 30 Spiele
  12. England: 11 Punkte, +11 Tore - Manchester United - 38 Spiele
  13. Georgien: 10 Punkte, +31 Tore - Dinamo Tiflis - 32 Spiele
  14. Türkei: 10 Punkte, +14 Tore - Galatasaray Istanbul - 34 Spiele
  15. Ungarn: 10 Punkte, -4 Tore - Györi ETO FC - 30 Spiele
  16. Armenien: 9 Punkte, +15 Tore - Schirak Gjumri - 42 Spiele
  17. Italien: 9 Punkte, +10 Tore - Juventus Turin - 38 Spiele
  18. Nordirland: 8 Punkte, +16 Tore - FC Cliftonville - 38 Spiele
  19. Slowenien: 8 Punkte, +7 Tore - NK Maribor - 36 Spiele
  20. Ukraine: 7 Punkte, +30 Tore - Schachtar Donezk - 30 Spiele
  21. Niederlande: 7 Punkte, -12 Tore - Ajax Amsterdam - 34 Spiele
  22. Polen: 6 Punkte, +13 Tore - Legia Warschau - 30 Spiele
  23. Albanien: 6 Punkte, +5 Tore - Skenderbeu Korce - 26 Spiele
  24. Bosnien-Herzegowina: 6 Punkte, -5 Tore - Zeljeznicar Sarajevo - 30 Spiele
  25. Andorra: 5 Punkte, +33 Tore - FC Lusitans - 20 Spiele
  26. Mazedonien: 5 Punkte, +30 Tore - Vardar Skopje - 33 Spiele
  27. Zypern: 5 Punkte, +12 Tore - APOEL Nikosia - 32 Spiele
  28. Dänemark: 5 Punkte, +7 Tore - FC Kopenhagen - 33 Spiele
  29. Montenegro: 5 Punkte, +2 Tore - Sutjeska Niksic - 33 Spiele
  30. Österreich: 5 Punkte, +1 Tor - Austria Wien - 36 Spiele
  31. Slowakei: 4 Punkte, +17 Tore - Slovan Bratislava - 33 Spiele
  32. Luxemburg: 4 Punkte, +11 Tore - CS Fola Esch - 26 Spiele
  33. Schweiz: 3 Punkte, +14 Tore - FC Basel - 36 Spiele
  34. Aserbaidschan: 3 Punkte, +10 Tore - Neftci Baku - 32 Spiele
  35. San Marino, Gruppe A: 3 Punkte, 9 Tore - Libertas Borgo Maggiore - 20 Spiele
  36. San Marino, Gruppe B: 3 Punkte, 0 Tore - SS Folgore/Falciano - 20 Spiele
  37. Belgien: 2 Punkte, +5 Tore - RSC Anderlecht - 40 Spiele
  38. Russland: 2 Punkte, -4 Tore - ZSKA Moskau - 30 Spiele
  39. Tschechien: 2 Punkte, +1 Tor - Viktoria Plzen - 30 Spiele
  40. Bulgarien: 1 Punkt, +6 Tore - Ludogorez Rasgrad - 30 Spiele
  41. Portugal: 1 Punkte, -1 Tor - FC Porto - 30 Spiele
  42. Malta: 0 Punkte, +2 Tore - FC Birkirkara - 32 Spiele

Einige Anmerkungen noch:
  • Showdown: Nur in Portugal konnte der „April-Meister“ noch abgefangen werden. Von Februar bis April hatte es noch in sieben Ländern neue Tabellenführer gegeben: Aserbaidschan, Malta, Niederlande, Portugal, San Marino (Gruppe A), Schweiz und Zypern.
  • Konstanz: 20 mal wurde im Endspurt der Vorsprung des Tabellenführers größer (von Februar bis April noch 23 mal), in 19 Ländern wurde es enger (von Februar bis April nur 12 mal).
  • Besonderheit: In Malta wurde der Meister durch ein Entscheidungsspiel bestimmt, in San Marino in einer K.o.-Runde.

tl;dr: Der FC Bayern wurde überlegen Deutscher Meister. Auch im europäischen Vergleich sind die Bayern das Non-Plus-Ultra. Alle Meister im Dominanz-Check.