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Montag, 24. Februar 2014

SOTSCHI 2014 
Medaillenspiegel verkehrt: Welches Land wurde wie oft Letzter? 

Die Schweiz auf 6, Deutschland auf 10, Österreich
auf 19 – wenn's nach letzten Plätzen in Sotschi geht. 
„Dabei sein ist alles.“ Dieses ur-olympische Motto habe ich mir zum Vorbild genommen für den verkehrten Medaillenspiegel der gerade zu Ende gegangenen XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi.

Vielfach wird die Konzentration der medialen Berichterstattung auf Gold, Silber und Bronze kritisiert. Ich habe mir die Mühe gemacht, all die Sportlern mit einem eigenen Medaillenspiegel zu ehren, die in ihrem jeweiligen Wettbewerb Letzter geworden sind.


Dies zu berechnen, war gar nicht so einfach. Deshalb nun ein paar Hinweise, wie sich die links stehende Tabelle zusammensetzt.

Nicht immer ist der letzte Platz so eindeutig erkennbar wie bspw. im Skisprung der Frauen. Da sprang die Japanerin Yurina Yamada am kürzesten der dreißig angetretenen Sportlerinnen. Dafür bekommt Japan einen Eintrag in der dritten Spalte und einen ganzen Punkt, in der ausschlaggebenden vierten Spalte.

In vielen Disziplinen teilen sich mehrere Sportler die rote Laterne. Den extremsten Wert gab es beim Slalom der Männer. Dort fädelten im 1. Durchgang 38 Alpinisten ein und wurden von mir somit auf den letzten Platz gesetzt. Für ihr jeweiliges Land gab es somit einen Punkt in Spalte eins, aber nur 0,026 Pünktchen in der zweiten Spalte.

Angemeldete, aber nicht gestartete Sportler habe ich grundsätzlich nicht mitgezählt. Das gilt auch für des Doping überführte Athleten. Nicht ins Ziel gekommene Sportler habe ich auf den letzten Platz gesetzt. Natürlich zählten auch Vorrunde oder Qualifikationen. Bei Disziplinen mit Gruppenphasen zählte die jeweils schlechteste Bilanz der frühzeitig ausgeschiendenen Teams oder Athleten.

Die Bilanz zeigt: Insgesamt 59 verschiedene Länder belegten bei den 98 Entscheidungen den oder einen der letzten Plätze. Medaillen gewannen dagegen nur 26 Staaten.

Dass Japan, Südkorea und Estland (!) die Wertung anführen, hat mich ziemlich überrascht. Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass die Länder, die die meisten Athleten stellen, auch sehr häufig hinten in den Ergebnislisten zu finden sein werden. Doch diese Staaten – also die USA auf Platz vier vor Kanada, Russland auf Rang acht und Deutschland auf dem zehnten Platz – schnitten ganz gut ab.

Vor allem das Ergebnis von Estland ist bemerkenswert. Der kleine Balten-Staat gewann in Sotschi nicht eine Medaille, kam aber sieben Mal auf den letzten Platz.

Dagegen sind die Bilanzen von Norwegen und der Niederlande fast makellos. 26 bzw. 24 Medaillen stehen nur jeweils drei letzte Ränge gegenüber.

Deutschland wurde achtmal Letzter. Das hält sich noch in Grenzen – die Medaillenausbeute mit achtmal Gold, sechsmal Silber und einmal Bronze dummerweise aber auch.

Bei Olympia Letzter zu sein, ist meiner Meinung nach überhaupt nicht schlimm. Das Erleben der Eröffnungs- und Schlussfeier, die Atmosphäre im olympischen Dorf und die Möglichkeit, gerade auch als Letzter Geschichte zu schreiben, müssen einmalig sein. Wer erinnert sich nicht gerne an Eddy the Eagle oder an Eric Moussambani, den bemitleidenswerten Schwimmer bei Olympia 2000 in Sydney, der auf seiner Strecke fast unterging? Dabei sein ist alles!


tl;dr: Der Medaillenspiegel der Verlierer: Japan, Südkorea und Estland belegten am häufigsten den letzten Platz in Sotschi. Deutschland mit durchschnittlicher Bilanz.


Donnerstag, 3. Oktober 2013

TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT 
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Auf YouTube bin ich heute auf die Hauptausgabe der Tagesschau vom 3. Oktober 1990, dem Tag der Deutschen Einheit, gestoßen.



Diese Ausgabe ist nicht nur zeit- (Richard von Weizsäcker!, Rita Süßmuth!, Walter Momper!, „Deutschland halt's Maul“!) und medienhistorisch (der Vorspann!, Werner Veigel!, die unaufgeregte Machart der Beiträge! Uli Wickert aus Paris!) interessant.

Mir wurde wieder schlagartig bewusst, wie schnell sich unser Weltgeschehen ändert und ändern lässt.

Im Vorfeld von Wahlen hört man von einigen, dass es ja auf ihre Stimme gar nicht ankäme. Viele meckern, dass die da oben eh alles untereinander auskasperten. Stimmt dies? Ja, aber nur, wenn wir die gewähren lassen. Der Tag der Deutschen Einheit beweist, was alles möglich ist, wenn nur wenige mutig voranschreiten. Wir können fast jede liebgewonnene Gewissheit infrage stellen. Wir müssen dazu nur Mut aufbringen.

Herausforderungen haben wir genug. Das Flüchtlingsdrama vor Lampedusa, das uns heute schockiert, wirkliche Chancengerechtigkeit in der Bildung herstellen oder die Jugendarbeitslosigkeit und die Schulden in den Staaten Südeuropas abbauen. Es lohnt, sich einzumischen.

Die 23 Jahre seit dem 3. Oktober 1990 sind (hoffentlich) nicht mal ein Drittel unseres Lebens. Was sich seit dem Tag geopolitisch, kulturell, wirtschaftlich, technisch und ganz persönlich für jeden von uns geändert hat, ist kaum in Worte zu fassen. Niemand konnte diese Entwicklungen voraussagen. Und das wird für die nächsten 23 Jahre erneut gelten.

Fortschritt oder Revolutionen fangen immer mit einer Idee an. Aber einer Idee, die in die Tat umgesetzt wird. Warum wirst du eigentlich nicht zum nächsten Michael Gorbatschow, zum nächsten Papst Johannes Paul II. oder zum nächsten Steve Jobs?


tl;dr: Der Tag der Deutschen Einheit vor 23 Jahren hat bewiesen: Alles ist möglich, wenn wir uns nur mutig engagieren. Das gilt noch heute noch.


Mittwoch, 18. September 2013

MEGATHEMA 

Endlich genießt die Bildungspolitik den Stellenwert, den sie verdient.

Wir brauchen gute Bildung, weil Deutschland rohstoffarm ist. Gerade in einer stark alternden Gesellschaft müssen wir unseren Jüngsten die besten Startchancen im globalen Wettbewerb mitgeben – sonst können wir unseren Lebensstandard sogar mittelfristig kaum halten.

Unter Gerd Schröder gab's Stillstand, unter Merkel Fortschritt. 
Bei allen Umfragen, seit ich politisch denken/mitreden kann, platzieren wir Bildung unter die Top 3 der größte Probleme – egal ob es um Kommunal-, Landtags- oder Bundestagswahlen geht. Ist das für dich wahlentscheidend? Für mich ein klares Ja!

Die Bilanz der christlich-liberalen Bundesregierung ist im diesem Bereich kaum bekannt, aber verblüffend erfolgreich. Noch nie haben so viele Deutsche ein Studium begonnen. Unser duales Bildungssystem wird weltweit nachgefragt. Es ist ein wesentlicher Faktor unserer niedrigen Jugendarbeitslosigkeit. Nie hat es weniger Schulabbrecher gegeben. In allen wichtigen internationalen Bildungsvergleichen und Forschungsstandortstudien gewinnt Deutschland deutlich an Ansehen.

Das ist ein Erfolg der Regierung von Angela Merkel. Es wird nicht nur über Bildung geredet, sondern gehandelt. Gerhard Schröder kürzte den Bildungsetat dreimal in seinen sieben Jahren. Seit Angela Merkel regiert, wurden die Bildungsausgaben dagegen stetig erhöht. Heute liegen die Bundesausgaben um 81,2 Prozent höher als zu rot-grünen Zeiten.

Indirekt hat der Bund noch viel mehr getan: Durch die größte Entlastung der kommunalen Haushalte aller Zeiten (er übernimmt die Kosten für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung) haben die Kommunen neuen Spielraum gewonnen. So können nun vor Ort Bildungsangebote aus- oder Schulden abgebaut werden. Dazu greift der Bund den Ländern milliardenschwer unter die Arme, damit diese den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz der Kleinen auch wirklich erfüllen können. Auch die Kosten für Schulsozialarbeit und Mittagessen wurden von der Bundesregierung übernommen – obwohl auch dies eigentlich Ländersache ist.

Alle wichtigen Kennzahlen weisen in eine, die richtige Richtung.
Und da sind wir bei meiner größten Forderung für die nächste Legislaturperiode: Weg mit diesem Bildungsföderalismus!

Im heutigen internationalen Wettbewerb kann sich Deutschland einen Flickenteppich aus 16 unterschiedlichen Bildungsgesetzen nicht mehr leisten. Jeder, der in seiner Schulzeit von einem in ein anderes Bundesland umgezogen ist oder Kinder im schulpflichtigen Alter hat, kann ein Liedchen davon trällern. Ein Aufbrechen dieses föderalen Kolosses gibt’s mit Rot-Grün garantiert nicht. Sie hatte früher sich ja sogar lange gegen bundeslandsvergleichende Bildungsvergleiche gestellt. 

Sicherlich ist noch längst nicht alles tiptop in der Bildungsrepublik Deutschland. So muss vor allem in den nächsten Jahren der Fokus auf eine bessere Durchlässigkeit der Schultypen gelegt und die Qualität des Unterrichtes verbessert werden. Auch die alles durchdringende Digitalisierung der Gesellschaft wird alte Lehrpläne ordentlich auf den Kopf stellen.

Aber der Anfang ist gemacht. Bildungspolitik genießt unter Angela Merkel die Priorität, die notwendig ist. Ein Grund mehr, am Sonntag die CDU/CSU mit beiden Stimmen zu wählen.


tl;dr: Seit Jahren reden alle vom „Megathema“ Bildung. Im Vergleich Rot-Grün vs. Schwarz-Gelb schneidet die Regierung von Angela Merkel weit besser ab. Eine Wahlempfehlung


Donnerstag, 2. August 2012

LONDON 2012 

An den ersten beiden Wettkampftagen gingen die deutschen Sportler bei den Olympischen Sommerspielen bekanntlich leer aus. Erst am dritten Tag konnten sich alle über Silber für Britta Heidemann im Degenfechten freuen (Video).


Michael Jung sollte sich für sein
Doppel-Gold eigentlich schämen.
Alle? Was machen eigentlich diejenigen, die die deutsche Olympiamannschaft nach zwei Tagen in Sack und Asche schrieben oder redeten?

Es gab da zwei Fraktionen. Die einen unkten in „Bild“-Manier, die Deutschen hätten’s einfach nicht (mehr) drauf. Über diejenigen sind schon genug Worte gefallen.

Die anderen aber regten sich über das Medaillenzählen allgemein auf. Tenor: Das ist Olympia. Wir dürfen nicht nur auf Medaillen schauen. Dabei sein ist alles.

Die zweite Meinung ist – mit Verlaub – totaler Shit. Natürlich geht’s bei Olympia in erster Linie ums Gewinnen. (Wer nicht gewinnen will, wird gerechterweise ausgeschlossen).

Vielleicht ist das der fundamentale Unterschied von Leistungs- und Freizeitsport. Leistungssport ist nun einmal Kräftemessen mit einem klar messbaren Ziel: Wer weiter springt oder wirft, wer schneller schwimmt oder läuft, wer höher hüpft oder schöner fliegt, wer mehr trifft oder sicherer verwandelt, ist der Champion.

Wer dies nicht anerkennt, respektiert im Übrigen nicht die Sportler. Die haben sich teilweise Jahre auf den Höhepunkt ihres (Sportler-)Lebens vorbereitet. Und nicht nur, um schöne Erinnerungsfotos bei der Eröffnungsfeier aus dem Innenraum des Olympiastadions zu schießen. Auch der krasseste Außenseiter unter den Athleten glaubt übrigens an seine 0,00001-Prozent-Gewinnchance.

Wie sollten denn Olympische Spiele sonst aussehen? Versuchen wir die Medien zu zwingen, keinen Medaillenspiegel zu erstellen? Sollte man überhaupt auf die Medaillen, das Siegertreppchen und die Nationalhymnen verzichten? Lieber keine Interviews mehr mit dem Gewinner sondern Fragen an den Siebentplatzierten: Herzlichen Glückwunsch zu diesem fantastischen siebenten Platz! Wann haben Sie gewusst, hier könnte heute der Triumph herausspringen? Oder am besten gleich alle Zeit- und Entfernungsmesser radikal vernichten?

Beim Sport geht’s um Leistung, Leistung, Leistung. Komisch, dass unsere – in vielen Bereichen zu Recht kritisierte – Leistungsgesellschaft ausgerechnet hier das infrage stellt.

Wer Sport im Fernsehen oder Internet schaut und behauptet, es sei ihm völlig egal wer gewinnt, war und wird mir immer suspekt sein.


tl;dr: Dabeisein ist alles. Sagen die einen. Ich sage: Es geht ums Gewinnen. Warum das Medaillenzählen zu Olympia gehört.