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Donnerstag, 6. Februar 2014


Bei Google gibt es die umstrittene Funktion der automatischen Vervollständigung von Suchbegriffen. Ex-Bundespräsidenten-Ex-Gattin Bettina Wulff kann davon ein Lied singen.

Den genauen Algorithmus, der hinter der Vervollständigung steckt, gibt Google leider nicht bekannt. Ganz sicher spielt aber die Häufigkeit der Suchanfragen eine Rolle. Sonst hätte das Ding wenig Sinn.

Diese Häufigkeit gibt einen interessanten Einblick in die Vorurteile und den Wissensstand der Google-Nutzer über allerhand Themen. Spannend sind Vergleiche, wie der jetzt folgende: Was denken die Google-Nutzer über unsere Bundesländer?

Baden-Württemberg
Dass die Baden-Württemberger alles können, bis auf Hochdeutsch, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Deshalb wohl der spitze-Eintrag. Was allerdings § 41 abs. 2 straßengesetz mit dem Bundesland zu tun hat, sollte vielleicht mal jemand … ähm … googeln.

Bayern
Beste Eigenwerbung. Wahrscheinlich gibt es ganze Abteilungen der Tourismus-Marketing-Agentur des Freistaates, die nichts anderes tun als jeden Tag massenhaft positiv besetzte Begriffe einzugeben. Oder stimmt das alles?

Berlin
berlin ist zu groß für berlin – Wer tippt denn solchen Blödsinn? vegan passt schon gut, Hipster wäre noch ein Vorschlag von mir. dorfkneipe – nun ja.

Brandenburg
Negative Einträge gibt es bei einigen Bundesländern. Komisch, dass Brandenburg nicht dagegen vorgeht, mit rechtsextemen ponyhöfen in einen Topf geworfen zu werden.

Bremen
Widersprüchlich sind die Begriffe zur Freien Hansestadt. Und dass bremen die hauptstadt von … ist, weiß doch jedes Kind!

Hamburg
Hier leiden HSV-Fans. Der Traditionsverein, der aktuell auf einem Bundesliga-Abstiegsplatz steht, muss allerhand Spott ertragen. Auch bei Google. Hier haben sich Anhänger von Werder Bremen (grün-weiß) und St. Pauli (braun-weiß) ein Denkmal gesetzt.

Hessen
Sehr nüchtern geht es im Hessen-Land zu. Oder gab es zuhauf Zweifel am demokratischen und parlamentarischen Wesen des einstigen Roland-Koch-Landes?

Mecklenburg-Vorpommern
Ähnlich wie Baden-Württemberg ist an der Ostseeküste allein schon die Nennung des Bundeslandes ein Statement: mecklenburg-vorpommern ist.

Niedersachsen
Nur Bahnhof verstehe ich bei den Niedersachsen. Gab es da mal Kinofilme?

Nordrhein-Westfalen
Die Finanzmisere des größten Bundeslandes scheint viele zu elektrisieren. Wo sonst wird der Name eines Haushaltsministers so oft gesucht. Und viele fragen sich, ob nicht doch Düsseldorf NRW-hauptstadt ist.

Rheinland-Pfalz
Knaller! In Rheinland-Pfalz scheint es ausgereifte Pläne zu geben, endlich Schluss mit verregneten Tagen zu machen. Rheinland-Pfalz21 sozusagen.

Saarland
Fakt vs. Frage: Noch ist der aktuelle Status des kleinsten Flächenlandes offenbar umstritten. Nur der Thrill-Faktor könnte etwas höher sein.

Sachsen
Mehr Fragezeichen als Antworten bieten die Sachsen. mehlsack? geprägt von räumlicher disparität? Geht es nicht eine Spur simpler?

Sachsen-Anhalt
Im Jahr 25 des Mauerfalls verschieben sich die Grenzen. Wunderbar! Das niedriglohnland und zentrum der angst hat imagemäßig aber noch Potenzial nach oben.

Schleswig-Holstein
Ganz im Norden wird massenhaft um dennis h. aus owschlag getrauert. Ist sein Ableben Schuld daran, dass Schleswig-Holstein schlusslicht ist? Allerdings ist mir nicht ganz ersichtlich, wie man auf ein Schlusslicht aufholen kann, bremen?

Thüringen
Den Abschluss unserer kleinen Bundesland-Reise bildet Thüringen. Das Land scheint ja mächtig angesagt und damit eine reise wert zu sein.


Kennst du andere lustige oder informative Autovervollständigungen? Oder hast du selbst schon einen Vergleich angestellt? Lass es mich uns wissen. Ab in die Kommentare damit!


Montag, 11. November 2013

BLOGPARADE 

Sport und Politik sind viel zu wichtig, um sie Experten zu überlassen.

Gerade bei hildwin gesehen, der hat's grad bei antischokke gesehen und sofort kopiert. Meine Liste der Links, die angezeigt werden, wenn ich nur einen Buchstaben ins Adressfeld eingebe. Ganz gut gemischt zwischen Fußball, Politik und Beruf, denke ich.

A ardmediathek.de – wegen Tatort und Sportschau
B bundesliga.de – wegen Fußball
C congstar.de – braucht jemand Rabatt?
D de.wikipedia.org – woher mein Wissen stammt
E election.de – Umfragejunkie, erster Teil
F flyeralarm.com – hier drucke ich bei meinen selbständigen Projekten öfters
G gmx.de – irgendwie werde ich diese Accounts nicht los
H heute.de – immer auf dem Laufenden bleiben
I instagram.com – macht Spaß
J plus.google.com/u/0/+JohannesEydinger – hihi
K kicker.de – Fuball ist meine Religion
L live.daserste.de – siehe oben unter a
M maps.google.de – der Falkplan 2.0
N nytimes.com – hat mich selbst verwundert
O opodo.de – bin ich urlaubsreif?
P politbarometer.zdf.de – Umfragejunkie, zweiter Teil
Q q-connect.de – kenn ich nicht?!
R ran.de – eigentlich gucke ich doch gar nicht die Europe Liga
S sensatzionell.blogspot.de – bisschen Werbung muss sein
T twitter.com – wundert mich irgendwie gar nicht
U uwe-schummer.de – alter Arbeitgeber; fühlt euch gegrüßt!
V visdp.de/magazin – witzig, das Magazin gibt's es doch gar nicht mehr, oder?
W wahlrecht.de – Umfragejunkie, dritter Teil
X xing.com – bin seit einem Jahr nicht mehr eingeloggt gewesen
Y youtube.com – der Sündenpfuhl Prokrastination
Z zdf.de – und hier schließt sich der Kreis

Und deine Liste?


Dienstag, 27. November 2012

LEISTUNGSSCHUTZRECHT 
Das LSR ist blöd, Google aber auch 

Google vs. Springer, neue Runde. 
Heute morgen hat der Suchmaschinen-Konzern Google eine eigene Kampagne gegen das heftig umstrittene Leistungsschutzrecht (LSR) gestartet.

Wie es sich für einen Giganten gehört, wird aus vollen Rohren geschossen. Jeder Google-Nutzer, also quasi jeder Deutsche, sieht ab sofort unter der Google-Eingabemaske einen kurzen Aufruf „Willst Du auch in Zukunft finden, was Du suchst? Mach' mit: Verteidige Dein Netz“, inklusive Link zur Kampagnenseite.

Klickt man drauf, werden dem Nutzer unmissverständlich die Argumente gegen das LSR dargelegt. Aber eben auch ungefiltert. Und das bei der Macht, die der Anbieter auf dem deutschen Suchmarkt besitzt. Ist doch Google das eigentliche Zielobjekt der Gesetzesinitiative, die vor allem von den Holzmedien deutschen Verlagen unterstützt wird. Das ist problematisch.

Ich selbst bin gegen das LSR (die meisten Argumente von Google kann ich unterschreiben). Aber als Akteur auf dem Spielfeld finde ich die Kampagne zumindest diskussionswürdig. Google nutzt seine besondere Stellung auf dem Markt aus, um massiv Druck auf die Politik auszuüben.

Etwas mehr Zurückhaltung und Überparteilichkeit wären hier angebracht, ja vielleicht sogar besser für Google gewesen. Aus zwei Gründen:
  1. Google liefert den LSR-Befürwortern jetzt die Steilvorlage für ihr Power-Argument: Google sei nicht neutral und dürfe nicht noch mächtiger werden, um die Pluralität in Deutschland aufrechtzuerhalten.
  2. Es ist in der Politik schon hundertfach passiert: Wenn von außen ein starker Gegner eine massive Kampagne gegen die eigene Position startet, schließt das die Reihen. Die zahlreichen LSR-Gegner innerhalb der schwarz-gelben Koalition (vor allem jüngere, netzaffine Politiker, die sich im C-Netz zusammengeschlossen haben) werden es jetzt viel schwerer haben für ihre Position zu kämpfen.
Vielleicht hätten die Google-Strategen das vorher genau googeln sollen, Stichwort Wagenburgmentalität.


tl;dr: „Verteidige dein Netz.“ Google startet eigene Kampagne gegen das Leistungsschutzrecht. Warum ich das blöd finde.